Moin moin.
Nach vielen Anfragen und mehreren Wunden meinerseits (von Schaendungen mit vielen Zaunpfaehlen und manchmal ganzen Zaeunen *schnueff*), habe ich mich endlich mal „entschieden“, die gesamte Geschichte um australische Visa an die Oeffentlichkeit zu lassen.
Es war einmal ein junges Paar. Die entschlossen sich, dem Moloch Europa mit all seinen Problemen hinter sich zu lassen um fuer sich und Ihren Nachwuchs eine bessere Zukunft zu schaffen, solange das noch ging.
Falsch gedacht. Ich erzaehl doch hier nicht nochmal alles! Ich bin am Ende haftbar fuer Augenblutungen und Iris-Transplantationen. Nee nee.
Was bei uns mit der australischen Einwanderungsbehoerde abgelaufen ist, gibts im Visa-Wahn nachzulesen. Aber superkurz zusammengefasst: Alles stressig ohne rechte Ergebnisse.
Die Geschichte reisst am 7.11.2008 ab, als ich noch fuer Kwinana Software Company taetig war…
Stimmt ja, das hab ich auch noch nicht erzaehlt. Naja, da ist auch nicht mehr viel dran:
Am 7.11.08 war ich da noch beschaeftigt, und am 14.11.08, also eine Woche spaeter, wurde ich mitsamt 90% der Angestellten wegrationalisiert. Begruendung: Die Wirtschafts“krise“. Mehr Wirtschaftspanik der Reichen, der Effekt auf die Kleinen ist aber der Gleiche: Einer der grossen Kunden hat ne monetaere Vollbremsung hingelegt und meine Kollegen und ich waren nicht so recht angeschnallt.
Sunny und Ich hatten dann selbstverstaendlich Panik weil unser Working Holiday Visa nur noch 3 Wochen gueltig war und wir (zu diesem Zeitpunkt) keinerlei ausgereifte Alternativplaene hatten. Wir holten das umgehend nach und haben uns nach viel Hin und Her auf ein weiteres Working Holiday Visum in Neuseeland geeinigt. Die Konditionen waren aehnlich und es waere auch leicht zu bekommen gewesen.
Um aber nichts zu ueberstuerzen, haben wir ein Wochenende lang viel gegruebelt und gesoffen…die Alkoholfee kam trotzdem nicht mit zwei australischen Paessen angehuscht. Total Nutzlos, die Alte!
Nun ja, nach dem besagten Wochenende hab ich mich umgehend selbst von der Arbeit freigestellt und angefangen Jobs zu suchen. Gleich an diesem Montag hat Sunny die Geschichte bei ihrer Volunteer-Stelle erzaehlt und grosses Erstaunen und Empoerung ausgeloest. Das wiederum hat eine Ihrer Kolleginnen veranlasst rumzutelefonieren und mir eine gefuellte Vitamin B Spritze verpasst.
Sorry, ich bin heute voller Analogien. Ich meinte damit: Sie hat ihren Mann angerufen, der jemanden kannte, der vielleicht noch jemanden kannte. Ich finde ja „Vitamin B Spritze“ sehr viel praktischer.
Aber ist ja auch wurscht, weiter im Text:
Dieser Kontakt war ein Typ namens Brad. Brad hat eine Firma namens Total Connect. Ich hab ihn umgehend angerufen und ihn gefragt, ob er meine Bewerbungsunterlagen an ein paar Stellen einspritzen koennte. Er sagte, das waere ueberhaupt kein Problem und ich solle es ihm einfach zuschicken. Gesagt, getan.
Ungefaehr 3 Stunden spaeter hatte ich eine Mail und er bat mich am naechsten Tag bei Ihm vorbeizukommen. Da Brad klar gemacht hatte, dass er selbst niemanden einstellt habe ich angenommen, er haette sich als Gastgeber fuer ein Vorstellungsgespraech mit jemand anderem zur Verfuegung gestellt.
Scheinbar war dem aber nicht so, denn das Vorstellungsgespraech hatte ich mit Ihm und seinem IT Teamleiter Daniel!
Ich hatte das nicht erwartet und war natuerlich entsprechend ueberrascht. Aber die beiden haben sich offensichtlich meine Unterlagen angesehen und entschieden, dass sie sich eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen koennen. Hier in Australien sagt man: „Fair enough“. Das heisst soviel wie: „Das macht Sinn.“ aber mit der typischen freundlichen Schulterzuck-Attituede, die hier so typisch ist.
Es machte auch Sinn, denn ohne eingebildet klingen zu wollen: Ich bin gut UND ich war billig zu haben.
Mit einem Systementwickler, der eigentlich fast jeden IT Bereich abdecken kann, konnte die IT von Total Connect in eine ganz andere Richtung gehen und Dienste anbieten, die sie von ihrer Konkurrenz abheben. Waere dumm, da nicht zuzuschlagen.
Ich machte natuerlich umgehend klar, dass ein Sponsorship drin sein muss, sonst geht nix. Brad erklaerte sich ohne zu zoegern bereit und meinte, ich solle am folgenden Montag anfangen. Kurz: Ich hatte mal wieder mehr Glueck als Verstand!!
2 Tage hab ich gebraucht… So langsam kommt mir das komisch vor…
Naja, ich sollte vielleicht was ueber meinen neuen Arbeitgeber erzaehlen, aber das heb ich mir fuer spaeter auf. Nur soviel:
Spezialisiert auf hauptsaechlich Buero-Infrastruktur wie elektrische und/oder Datenkabel, IP Telefone und PC’s ist das auf den ersten Blick nicht direkt was fuer mich, aber wenn man bedenkt, dass die Firma nur High-Tech-Equipment anbietet, ist da viel Geld dahinter…reicht, oder?
Ich bin also seit dem 26.11.2008 offiziell als Systementwickler bei Total Connect Pty Ltd angestellt. Ich werde (fuer hiesige Verhaeltnisse) nicht gut, aber sehr ausreichend bezahlt und unser Visum ist gedeckt und bis Dezember 2012 gueltig!!
So und nun zu den Details, wie sowas ablaeuft:
Als erstes braucht man einen Arbeitgeber, der bereit ist ein Sponsorship fuer 3 Monate bis 4 Jahre einzugehen. Dafuer muessen bestimmte Rahmenbedingungen geschaffen sein. Die Firma muss:
- Finanziell stabil sein, sprich schuldenfrei und profitabel
- Ein ordentlich eingetragenes australisches Unternehmen sein
- Schriftlich erklaeren, dass diese Position auf den Kandidaten passt und von keinem Australier besetzt werden konnte
- bereit sein, fuer aussergewoehnliche Kosten wie Gesundheitskosten oder Deportation aufzukommen, falls notwendig
Das alles muss schriftlich nachgewiesen werden koennen/erklaert werden und muss zusammen mit zwei Antraegen eingereicht werden:
- Antrag auf Zulassung als Sponsor
- Antrag auf die Nominierung der Position in der Firma
Sobald obige Antraege eingereicht sind, bekommt die Firma eine sogannte Transaction Reference Number (TRN), die sie dann dem Kandidaten, also mir (hehe), mitteilt. Mit dieser TRN konnte ich dann meinen eigenen Antrag einreichen.
HALT! STOP!… So einfach wars dann doch nicht..
Aber mehr dazu im naechsten Artikel
Euer Shamyas
[...] ich schon hier erwaehnte, das mit dem Antrag war nicht so einfach. Ich hatte ja schon angedeutet, dass unser [...]