Steuern

Ja, diese unangenehmen Abzuege vom Verdienst muessen wir hier natuerlich auch abdruecken.
Und da das Ganze gar nicht so einfach ist, gibt’s dazu mal einen Eintrag!

Als wir uns hier haeuslich niedergelassen hatten und uns so langsam darauf vorbereiteten, mal eine Arbeit anzufangen, haben wir bei der Steuerbehoerde unsere sogenannte Tax File Number (also die Steuernummer) angefordert. Die bekommt man dann zugeschickt und muss diese Nummer jedem neuen Arbeitgeber mitteilen. Sowas wie Lohnsteuerkarten gibt’s hier nicht. Man kann auch arbeiten, ohne dem Arbeitgeber die Steuernummer mitzuteilen, allerdings ist der dann dazu verpflichtet, einem mindestens 45% vom Verdienst abzuziehen, um alle eventuellen Anforderungen abzudecken. Aua!

Anfangs wird man als jemand, der nur kurzfristig hier ist (also zum Beispiel auf einem Working Holiday Visum), als Non-Resident (Nicht-Einwohner) eingestuft. Dieser Zustand aendert sich aber nach 6 Monaten (automatisch), wenn man einen festen Wohnsitz hat, plant laenger hierzubleiben und im Normalfall nicht dauernd wechselnde Arbeitgeber hat. Dann ist man (nur fuer die Steuer) ein Resident (also ein Einwohner). Nun koennte das Ganze zwar nur schoene Worte auf dem Papier sein, aber dieser Zustand macht sich auch ganz kraeftig in harter Waehrung, also anhand der Steuern, die man zahlen muss, bemerkbar.

Als Resident mit einem Einkommen ab 6000 Dollar im Jahr zahlt man 15 bis 45 % Steuern (je hoeher das Einkommen, umso hoeher die Steuern). Wir sind im Augenblick in der 30.000 bis 65.000 Dollar-Kategorie, also zahlen wir etwa 30 %. Und es gibt einen steuerfreien Betrag bis 6000 Dollar. Also jeder Verdienst unter 6000 Dollar wird nicht besteuert, und bei allen anderen erst ab dieser Schwelle. (Anscheinend wurde die Grenze zur naechsten Steuerstufe und der Steuerfreibetrag sogar fuer dieses Steuerjahr hochgesetzt, aber das wissen wir noch nicht so genau…)
Soweit so gut.

Als Non-Resident allerdings gibt es keinen Steuerfreibetrag und jeder Verdienst wird mit 29 % besteuert. Macht auf jeden Fall einen grossen Unterschied!
Auf jeden Fall sollte man bei Beginn einer Anstellung sicherstellen, dass der Arbeitgeber einem auch den annaehernd korrekten Betrag abzieht, sonst muss man eventuell horrende Summen nachzahlen, weil zuwenig Steuern abgefuehrt wurden. Kann teuer werden. Vor allem weil sich die meisten Arbeitgeber damit nicht wirklich auskennen und einen ganz normal besteuern (also zu wenig).
Eigentlich war das auch bei uns der Fall, wir hatten allerdings Glueck, dass wir schon mehr als 6 Monate hier waren als das finanzielle Jahr zu Ende war. Es zaehlt dann der Status, den man am Ende des Finanzjahres hat.

Wen es vielleicht wundert, warum wir auf dieses Thema gerade jetzt kommen: wir haben am letzten Wochenende unsere Steuererklaerung abgeschickt. Das finanzielle Jahr geht hier vom 1. Juli bis zum 30. Juni des naechsten Jahres. Steuererklaerungen MUSS hier jeder machen und man hat auch nicht Jahre Zeit dafuer. Ich glaube, Ende Oktober ist Stichtag, danach koennen Geld- oder andere Strafen warten, wenn man die Erklaerung nicht abeschickt hat.
Allerdings bekommen hier 90% der Leute auch wirklich was zurueck, also lohnt es sich. Die meisten australischen Arbeitgeber ziehn einem auch immer ein bisschen zuviel Steuern ab, damit man am Ende auch was wieder bekommt.
Viele Aussies haben ausserdem sowieso einen Steuerberater, der das Ganze erledigt. So richtig einfach ist es naemlich nicht, vor allem wenn man nicht nur ein Einzelverdiener ohne Familie und sonstigen Schnickschnack ist, sondern eventuell Baby-, Familien- und sonstige Bezuege hat. Ganz zu schweigen von geschaeftlichen Angelegenheiten, Rentenzahlungen, privaten Versicherungen etc.

Ich kann Euch sagen, sich durch diesen ganzen Wust durchzuarbeiten war gar nicht so einfach!
Wenigstens geht es natuerlich hier auch elektronisch (neben der Papiermethode), durch das einfache Ankreuzen von zutreffenden Fragen, meistens Ja/Nein-Antworten und recht guten Erlaeuterungen wird einem zumindest das erleichtert.

Aber es ist geschafft. Ich hoffe nur, wir haben alles richtig ausgefuellt!
Angeblich soll es auch nur durchschnittlich 14 Tage dauern bis man seine Steuerrueckzahlung bekommt… mal sehen. So ein warmer Geldregen kommt einem doch immer gelegen.

Na gut, soweit genug von diesem Thema.
Vielleicht hilfts ja nochmal jemandem, der auf der Suche nach australischen Steuergesetzen ist…

Eure Sunny

Veröffentlicht in:  on August 5, 2008 at 17:49 Kommentar schreiben

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